Angsthund – wenn dein Hund wegläuft

Angsthunde reagieren in den meisten Fällen mit Flucht. Wenn sie sich erschrecken setzt der Fluchtinstinkt ein und sie rennen panisch weg. In dieser Panik hast du kaum noch Einfluss auf sie. Ich werde dir gleich erklären, wie du dich vorbereiten kannst und auch wie du im Zweifelsfall reagieren solltest. 

Zwingend notwendige Vorbereitung 

Als erstes sichere deinen Hund auf Spaziergängen gut ab. Habe zusätzlich zu dem Halsband eine Leine am Geschirr deines Hundes befestigt. Schlüpft dein Hund aus dem Geschirr heraus, hast du ihn immer noch am Halsband gesichert. So schwer es uns fällt und so gut er auch schon auf dich hören mag, leine deinen Hund in den ersten sechs Monate nicht ab. Erst nach sechs Monaten hat er vielleicht soviel vertrauen zu dir gefasst, dass du auch Einfluss auf ihn haben kannst, wenn er in Panik gerät. Noch ein Tipp: Benutze keine Ausziehleine. Wenn die Ausziehleine (Flexileine) runterfällt erzeugt es einen Knall beim Aufprallen auf dem Boden. Wenn dein Hund wegrennt, klappert die Leine hinter deinem Hund her und dein Hund wird schneller rennen und nicht zu stoppen sein. 

Besorge dir einen GPS Tracker und ein Leuchthalsband. Die GPS Tracker sind heute so klein und leicht, dass sie auch gut von kleinen Hunderassen zu tragen sind. Das Leuchthalsband sollte dein Hund auch tagsüber tragen. Läuft er weg und du suchst ihn noch in der Nacht hast du eine höhere Chance in zu finden. Denke daran, selbst wenn er deine Stimme hört wird er wahrscheinlich nicht aus seinem Versteck zu dir kommen. 

In deinem Schreibtisch liegen Flugblätter mit einem Foto deines Hundes und Telefonnummer bereit. Die Flugblätter sollten schon in einer Hülle sein, weil du sie im Notfall draußen im Wald etc aufhängen willst, ohne das sie gleich durchnässt sind. Du wirst im Ernstfall dankbar sein, dass du die Flugblätter schnell griffbereit hast. 

Der Ernstfall tritt ein – dein Hund rennt panisch weg

Die ersten Kommandos die du deinem Hund beibringen musst sind BLEIB und SITZ. Warum nicht Platz? Du solltest von einem Angsthund nie das Platz erzwingen, weil es eine Haltung ist die Hunde nur einnehmen wenn sie entspannt sind, da sie im Platz nicht so schnell fliehen können. In einer Situation, in der sich dein Hund erschrickt, kannst du ihn mit einem gut trainierten BLEIB zum Halten bringen und wenn du näher dran bist ihn SITZ machen lassen, damit er nicht zurückweicht wenn du zu nah dran bist. 

Trainiere in einem gesicherten Umfeld in dem sich dein Hund wohl fühlt verschiedene Situationen in denen sich dein Hund während des Spaziergangs erschrecken könnte und versuche ihn zum BLEIB und Sitz zubekommen. Beispielsweise benutzt du eine Ausziehleine und du lässt sie im gesicherten Umfeld fallen oder bittest eine Person in die Hände zu klatschen oder einen Regenschirm aufzuspannen. Zum Einen gibt es dir die Möglichkeit zu sehen wie dein Hund reagiert, wenn er sich erschreckt und zum Anderen kannst du ihn mit positiver Bestärkung (Lieblingswurst) trainieren sich auch an dich zu orientieren, wenn ihm etwas Angst macht. 

Ganz wichtig, lies dir den Artikel durch warum ein Angsthund einen konsequenten Rudelanführer braucht.

Und zur guter letzt: Renne deinem Hund auf gar keinen Fall hinterher! Klatsch in die Hände, ruf seinen Namen um eine Sekunde die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Wenn dein Hund dich anschaut rufst du noch einmal seinen Namen und rennst in die entgegengesetzte Richtung. Mit Glück, versucht dein Hund beim Rudel zu bleiben und rennt dir hinterher. Laufe einige Meter bevor du langsamer wirst. Versuche dann deinen Hund wieder anzuleinen.

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